Die politische Tonlage wird schriller, der Raum für gemeinsames Nachdenken enger, das Vertrauen schwindet. Eine gesellschaftliche Radikalisierung ist deutlich spürbar.
Die Gesprächsreihe „Demokratie im Gegenwind“ geht der Frage nach, wie eine offene Gesellschaft offen bleiben kann. In Gesprächen mit fünf Expert*innen richten wir den Blick auf das, was uns trennt und verunsichert – und auf das, was uns trotzdem verbindet.
Nach dem Auftaktgespräch auf dem Podium laden wir das Publikum zum offenen Austausch ein. Fragen an die Gäste können bereits im Vorfeld eingesendet werden: frage@imgegenwind.net.
Und wer danach weiterdiskutieren möchte, lässt den Abend gemütlich bei Bier und Brezel im Bistro des Kulturwerks ausklingen.
Konzeption und Moderation: Mario Portmann, Arbeitskreis „Demokratie im Gegenwind“
Ort: Nienburger Kulturwerk e.V., Mindener Landstraße 20, 31582 Nienburg
Der Saal ist barrierefrei zugänglich.
Dauer: ca. 90 Minuten, Ende offen.
Eintritt frei. Voranmeldungen sind erwünscht unter 05021 922580 zu den Öffnungszeiten. Dienstag bis Donnerstag: 9-13 Uhr, Donnerstag 15-18 Uhr. info@nienburger-kulturwerk.de
Weitere Infos: www.slu-boell.de und www.imgegenwind.net
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Sa. 21.3.26, 20 Uhr
Diskriminierung in der Polizeiarbeit

Diskriminierung, u.a. auch institutioneller Rassismus und unverhältnismäßige Gewaltanwendung werden der Polizei häufig vorgeworfen. Dr. Astrid Jacobsen und Dr. Jens Bergmann, Professor*innen an der Polizeiakademie Nienburg, haben drei Jahre lang den konkreten Polizeialltag beobachtet. Das Resultat ist eine vielbeachtete Arbeit zu Diskriminierungsrisiken in den Bereichen Einsatz, Ermittlung und Bereitschaftspolizei. Wir sprechen mit Dr. Astrid Jacobsen über die konkreten Ergebnisse und diskutieren mögliche Schlussfolgerungen.
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Do., 16.4.26, 18:00 Uhr, Vernissage im Foyer des Theaters auf dem Hornwerk
Ausstellung: „Widerstand – der Freiheitskampf der Ukraine“

2017 begann der preisgekrönte Bamberger Journalist und Fotograf Till Mayer über den Konflikt in der Ukraine zu berichten. Das Schicksal des Landes wurde für ihn zu einer Herzensangelegenheit. Seit der russischen Vollinvasion 2022 verbringt er jedes Jahr etwa die Hälfte seiner Zeit an und hinter den Frontlinien. In einem einzigartigen Langzeitprojekt dokumentiert er das Land und seine Menschen im Freiheitskampf.
Seine jüngsten Arbeiten werden hier in Nienburg erstmals der deutschen Öffentlichkeit präsentiert.
Die Ausstellung ist vom 16. April bis 11. Mai 2026 zu sehen.
Anschließend um 19:30 Uhr, Vortrag und Gespräch im Nienburger Kulturwerk
Gesichter des Krieges – 2017 bis 2026
Till Mayer erzählt von prägenden Begegnungen auf seinen Reisen durch die Ukraine der letzten Jahre. Er spricht darüber, was ihn antreibt und warum er nicht aufgeben kann – und warum wir es auch nicht sollten.
Die Veranstaltungen stehen unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters von Nienburg Jan Wendorf.
Veranstalter*innen: Motanka e.V. in Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen sowie dem Arbeitskreis „Demokratie im Gegenwind“.
Gefördert durch den Landschaftsverband Weser-Hunte e.V., die Bürgerstiftung des Landkreises Nienburg/Weser und die Neuhoff-Fricke-Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Nienburg und der Stadt Nienburg/Kulturbüro
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Sa., 9.5.26, 20 Uhr
Erst wenn Information frei ist, kann Demokratie atmen: Wikipedia

Nie zuvor verfügte die Menschheit über ein Gedächtnis, das allen gehört: Wikipedia ist ein demokratisches Weltwunder, geschaffen von ehrenamtlichen Aktivist*innen. Doch Künstliche Intelligenz kanalisiert und kommerzialisiert zunehmend den Zugang zu Wissen, während Desinformation sich im Netz ausbreitet. Wikipedia und verwandte Initiativen stehen unter Druck – immer mehr aktive Autor*innen ziehen sich zurück. Lässt sich das Menschenrecht auf freien Zugang zu Wissen und Bildung unter den aktuellen Bedingungen noch bewahren? Und wenn nicht, was sind die Konsequenzen für politische Teilhabe und demokratische Selbstbestimmung?
Pavel Richter, Wikipedianer der ersten Stunde, leitete fünf Jahre lang Wikimedia Deutschland, den Förderverein der deutschen Wikipedia. Später war er u.a. CEO der Open Knowledge Foundation und Beirat bei Transparency International.
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Sa., 6.6.26, 20 Uhr
Reise zum rechten Rand und zurück

Als Marco Schild bei der Jungen Alternative einstieg und dann in der AfD rasch Karriere machte, war er jung, konservativ und besorgt. Bald folgte die ernüchternde Erfahrung, wie sich die Partei – und mit ihr Teile der Gesellschaft – zunehmend radikalisierten. Irgendwann war für ihn eine Grenze erreicht. Wir sprechen mit ihm über seinen Ausstieg aus diesem Milieu. Welche Lehren lassen sich aus seinen Erfahrungen für den Umgang mit populistischen Ideen ziehen? Wie erreicht man Menschen am Rand? Und wirken sogenannte Brandmauern tatsächlich – oder sind sie am Ende kontraproduktiv?
Marco Schild ist Sozialpädagoge und leitet eine Einrichtung für seelisch erkrankte Menschen in Bayern.
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Fr.,19.6.2026, 20 Uhr
Mehr Sicherheit in unsicheren Zeiten – was tun gegen Armut und Existenzangst?

Armut und die Angst davor sind nicht mehr nur bei den Wenigverdienern oder Arbeitslosen zu Hause. Beide stehen auch bei der Mittelschicht vor der Wohnungstür. Wir wollen wissen, wer davon in Deutschland betroffen ist – und vor allem, wie wir Armut und Existenzängste verringern oder sogar ganz beseitigen können.
Dr. habil. Wolfgang Strengmann-Kuhn ist u.a. Armutsexperte und prominenter Sozialpolitiker von Bündnis90/Die Grünen. Er hat viel zum Thema geforscht – und einige spannende Ideen für Gegenmaßnahmen entwickelt.
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Veranstalter*innen: Stiftung Leben und Umwelt I Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Demokratie im Gegenwind“
Veranstaltungen, die bereits stattfanden:
Reise zum rechten Rand und zurück
Von der (Un-)Möglichkeit des Sprechens mit politisch Radikalen – Marco Schild, Aussteiger und Sozialpädagoge im Nienburger Kulturwerk.
Zum vierten Gespräch darüber, wie unsere offene Gesellschaft und unserer Demokratie in diesen polarisierten Zeiten offen bleiben können, lädt der Arbeitskreis „Demokratie im Gegenwind“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen erneut ins Nienburger Kulturwerk.
Am Samstag, den 6. Juni 2026 um 20 Uhr stellt sich der Wahlmünchner und Sozialpädagoge Marco Schild den Fragen von Moderator Mario Portmann und dem Nienburger Publikum. Marco Schild ist kein Experte im üblichen Sinne. Er kommt ins Kulturwerk als Zeitzeuge. Marco trat 2017 in die nordrhein-westfälische Junge Alternative ein und machte schnell Karriere sowohl in der JA als auch der AfD. Vier Jahre lang, bis zu seinem Austritt 2021 fand er am rechten Rand eine politische Heimat und gestaltete sie mit. Wir wollen von ihm nicht nur erfahren, was ihn als jungen, sozialdemokratisch geprägten Mann zur AfD gebracht und was ihn vier Jahre später von ihr entfremdet hat. Sondern auch: Was können wir heute aus seinen Erfahrungen lernen? „Demokratie stirbt nicht am Streit – sondern am Schweigen“ sagte Michel Friedmann. Wir erleben tagtäglich wie soziale Milieus zerfallen und politische Subkulturen scheinbar unaufhaltsam auseinandertreiben. Wie kann die Mitte der Gesellschaft denn wieder ins Gespräch mit den Rändern kommen? Sind diese Ränder überhaupt noch erreichbar? Und wenn nicht – was bedeutet das für unsere Demokratie?
Marco Schild leitet heute in München eine Einrichtung, die Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen bei der gesellschaftlichen Integration unterstützt.
https://www.instagram.com/p/DWMOGchDdd1

